| ZUR GESCHICHTE UNSERER
VEREINIGUNG
Am 25. September 1945 veranstaltete die Hamburgische Vereinigung von Freunden der Kammermusik ihr erstes Konzert und trat damit in die zweite Phase ihrer künstlerischen Arbeit ein. Die erste Phase begann mit der Gründung unserer Vereinigung im Jahre 1922. Es ist das unvergessene Verdienst zweier Hamburger Kaufleute, Emanuel Fehling und Georg Tillmann, mit dem erklärten Ziel, den Kammermusikfreunden in völliger Unabhängigkeit vom kommerziellen Konzertbetrieb einen Überblick über die Kammermusik-Literatur mit Schwerpunkt Streichquartett in der besten Interpretation durch qualifizierte Künstlervereinigungen aus der ganzen Welt zu vermitteln. Diese Aufgabe zu erfüllen war nur dadurch möglich, daß einige begeisterte Kammermusikfreunde und Mäzene bereit waren, das finanzielle Defizit auszugleichen. Am 14. September 1922 fand im
Festsaal des Hotels Atlantik das Eröffnungskonzert mit dem berühmten
Busch-Quartett aus Berlin statt. Die Veranstaltungen in den folgenden
Jahren bis 1933 sind mit Namen wie Amar-, Bandler-, Budapester-,
Calvet-, Guarneri-, Havemann-, Klingler-, Kolisch-, Rose-, Wendling- und
anderen Quartetten unvergessen. Es fanden insgesamt 73 Konzerte
statt. Die zweite Phase: Es ist nicht leicht, sich heute die äußeren Schwierigkeiten vorzustellen, welche überwunden werden mußten, um damals Konzerte zu veranstalten. Die Laeisz-Halle war von der Militärregierung beschlagnahmt. Fast alle sonst in Frage kommenden Säle waren ganz oder teilweise zerstört. So mußten die ersten Konzerte im Saal der Handelskammer mit notdürftig vernagelten Fenstern abgehalten werden. Und man sollte sich einen Abend in Erinnerung rufen, an welchem das Hamann-Quartett in dem ungeheizten Saal bei strengem Frost mit fingerlosen Handschuhen, von einem Holzkohlebecken notdürftig erwärmt, vor großteils in Decken gehüllten, ergriffenen Zuhörern musizierte. Die Umstände bedingten damals, die Konzerte zunächst nur mit hamburgischen Künstlern zu bestreiten. Das waren vor allem das Hamann-Quartett und das Radelow-Quartett sowie das Trio Hansen, Roehn, Troester. Erst einige Zeit später war es möglich,
auswärtige Vereinigungen zu verpflichten. Als erstes im April 1948 das
Koeckert-Quartett (es spielte für uns 36mal). Und erst im April 1951
das damals junge Amadeus-Quartett (insgesamt 41mal). Andere
Vereinigungen von Weltgeltung, wie das Quartetto Italiano,
Bartok-Quartett, Juilliard-Quartett, Melos-Quartett, Smetana-Quartett,
Guarneri-Quartett, LaSalle-Quartett und das Beaux Arts Trio, um nur
einige zu nennen, haben bei uns konzertiert. Die Vereinigung ist stolz darauf, daß wohl kein namhaftes Kammermusikensemble der ganzen Welt auf den Programmen gefehlt hat und daß sie ihren Musikfreunden einen Querschnitt auch der weniger bekannten Werke der klassischen, romantischen und zeitgenössischen Kammermusikliteratur bieten können. Bis in die 70er Jahre waren unsere
Konzerte praktisch ausabonniert. Und damit war es nicht möglich, allen
Freunden der Kammermusik Gelegenheit zu geben, an unseren Konzerten
teilzunehmen. Deshalb suchten wir eine Lösung und hofften auf einen
geeigneten Saal im damals entstehenden Kongreßzentrum am Dammtor.
Leider war der in der Größe geeignete Saal für Kammermusik akustisch
ungeeignet. Deshalb hatten wir uns entschlossen, neben der A-Reihe mit zehn
Konzerten eine 2. Reihe mit sechs Konzerten einzurichten (plus Sonderkonzerte). Dieses
Veranstaltungskonzept mußte zum Beginn der Saison 2004/2005 aufgrund
der rückläufigen Tendenzen im Klassikkonzertbetrieb reduziert werden. Um unsere
Konzerte weiterhin auf eine solide Basis stellen zu können, haben wir uns
entschlossen, das Angebot auf insgesamt 8 Konzerte zu reduzieren, mit je 4
Konzerten in den Reihen A und B sowie zusätzlich ein bis zwei Sonderkonzerte. Mit dem Ende der Saison 2003/2004 trat unser langjähriger 1. Vorsitzende Rudolf Jung aus Altersgründen von seinem Amt zurück (1973-2004). Er wurde zum EHRENVORSITZENDEN der Hamburgischen Vereinigung von Freunden der Kammermusik ernannt.
Zuverlässige Partner bei der
Durchführung unserer Konzerte sind die Konzertdirektion Dr. Rudolf
Goette und die Konzertkasse Gerdes. |
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