Wir über uns

Hamburgische Vereinigung von Freunden der Kammermusik
Ludwig Hartmann, Am Weiher 15, 20255 Hamburg
E-Mail: hartmann@kammermusikfreunde.de

Gemeinnütziger, eingetragener Verein
Spendenkonto:
Hamburger Sparkasse
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Jahrzehnte für die Kammermusik in Hamburg - Rückblick mit Carl Rudolf Jung #4

 

Am 14. September 2022 wird die Hamburgische Vereinigung von Freunden der Kammermusik ihren 100. Geburtstag feiern. Carl Rudolf Jungs Geburtstag jährt sich schon ein knappes Jahr vorher zum 100. Mal. Was würde er an Kammermusik dann live gern hören wollen? Über 30 Jahre, von 1973 bis 2004, hat er die Hamburgische Vereinigung von Freunden der Kammermusik geleitet. Im September 2019 haben sich der heutige Vorsitzende Ludwig Hartmann und der 97-jährige Ehrenvorsitzende zum Gespräch getroffen. Das Gespräch schließt mit einer Erinnerung Jungs an den Cellisten Bernard Greenhouse, Mitbegründer des Beaux Arts Trios. Unvergessen, wie dieser durch mehrere Türen hindurch einen ungeschickten Fingersatz des Amateur-Cellisten Jung gehört hat.

Jahrzehnte für die Kammermusik in Hamburg - Rückblick mit Carl Rudolf Jung #3

 

Muss man Angst um die klassische Musik haben? Wird sie weiter ihr Publikum finden? Carl Rudolf Jung ist da optimistisch. Über 30 Jahre, von 1973 bis 2004, hat er die Hamburgische Vereinigung von Freunden der Kammermusik geleitet. Im September 2019 haben sich der heutige Vorsitzende Ludwig Hartmann und der 97-jährige Ehrenvorsitzende zum Gespräch getroffen. In diesem Teil vergleicht Jung die Qualitäten der Spitzenensembles früher und heute. Gern denkt er zurück an all die freundschaftlichen Verbindungen zu den Musikern, die in Hamburg bei den Kammermusikfreunden zu Gast waren. Jung selbst spielt bis heute Cello - auch noch in drei Quartetten.

Jahrzehnte für die Kammermusik in Hamburg - Rückblick mit Carl Rudolf Jung #2

 

Über 30 Jahre, von 1973 bis 2004, hat Carl Rudolf Jung die Hamburgische Vereinigung von Freunden der Kammermusik geleitet. Im September 2019 haben sich der heutige Vorsitzende Ludwig Hartmann und der 97-jährige Ehrenvorsitzende zum Gespräch getroffen. In diesem Teil erinnert sich Jung an seine Leitlinie, stets "die Besten der Besten" einzuladen. Das waren vor allem Streichquartette, aber auch von Anbeginn jedes Jahr das Beaux Arts Trio. Dessen legendärer Pianist Menahem Pressler wurde nicht nur Stammgast, sondern auch zu einem engen Freund.

Jahrzehnte für die Kammermusik in Hamburg - Rückblick mit Carl Rudolf Jung #1

 

Über 30 Jahre, von 1973 bis 2004, hat er die Hamburgische Vereinigung von Freunden der Kammermusik geleitet: Carl Rudolf Jung, Jahrgang 1921. Er ist jetzt Ehrenvorsitzender. Im Gespräch mit dem heutigen Vorsitzenden Ludwig Hartmann erinnert er sich an die Zeit, als er 1949 nach Hamburg gekommen ist. Er, der studierte Wein-Experte, suchte Anschluss an die Hamburger Gesellschaft und fand als begabter Cellist schnell Kontakt auch zu den Kammermusikfreunden. In Jungs Elternhaus waren bedeutende Klassik-Künstler schon ein und aus gegangen, und so war es für ihn als Vorsitzenden selbstverständlich, beim genannten Après auch jene Kammermusik-Ensembles nach Hause einzuladen, die bei den Kammermusikfreunden auftraten.

ZUR GESCHICHTE UNSERER VEREINIGUNG
Am 25. September 1945 veranstaltete die Hamburgische Vereinigung von Freunden der Kammermusik ihr erstes Konzert und trat damit in die zweite Phase ihrer künstlerischen Arbeit ein.

Die erste Phase begann mit der Gründung unserer Vereinigung im Jahre 1922. Es ist das unvergessene Verdienst zweier Hamburger Kaufleute, Emanuel Fehling und Georg Tillmann, mit dem erklärten Ziel, den Kammermusikfreunden in völliger Unabhängigkeit vom kommerziellen Konzertbetrieb einen Überblick über die Kammermusik-Literatur mit Schwerpunkt Streichquartett in der besten Interpretation durch qualifizierte Künstlervereinigungen aus der ganzen Welt zu vermitteln. Diese Aufgabe zu erfüllen war nur dadurch möglich, daß einige begeisterte Kammermusikfreunde und Mäzene bereit waren, das finanzielle Defizit auszugleichen.

Am 14. September 1922 fand im Festsaal des Hotels Atlantik das Eröffnungskonzert mit dem berühmten Busch-Quartett aus Berlin statt. Die Veranstaltungen in den folgenden Jahren bis 1933 sind mit Namen wie Amar-, Bandler-, Budapester-, Calvet-, Guarneri-, Havemann-, Klingler-, Kolisch-, Rose-, Wendling- und anderen Quartetten unvergessen. Es fanden insgesamt 73 Konzerte statt.
In der Folge wirtschaftlich und politisch kritischer Jahre stellte die Vereinigung ihre Arbeit im Jahre 1933 ein.

Die zweite Phase:
Auf Anregung eines Freundes des Gründers Emanuel Fehling wurde gleich nach Kriegsende im Jahre 1945 die Vereinigung - "mit Genehmigung der Militärregierung"- unter Leitung unseres unvergessenen Vorsitzenden Wilhelm C. H. Möller in ihrer alten bewährten Gestalt wieder ins Leben gerufen.

Es ist nicht leicht, sich heute die äußeren Schwierigkeiten vorzustellen, welche überwunden werden mußten, um damals Konzerte zu veranstalten. Die Laeisz-Halle war von der Militärregierung beschlagnahmt. Fast alle sonst in Frage kommenden Säle waren ganz oder teilweise zerstört. So mußten die ersten Konzerte im Saal der Handelskammer mit notdürftig vernagelten Fenstern abgehalten werden. Und man sollte sich einen Abend in Erinnerung rufen, an welchem das Hamann-Quartett in dem ungeheizten Saal bei strengem Frost mit fingerlosen Handschuhen, von einem Holzkohlebecken notdürftig erwärmt, vor großteils in Decken gehüllten, ergriffenen Zuhörern musizierte.

Die Umstände bedingten damals, die Konzerte zunächst nur mit hamburgischen Künstlern zu bestreiten. Das waren vor allem das Hamann-Quartett und das Radelow-Quartett sowie das Trio Hansen, Roehn, Troester.

Erst einige Zeit später war es möglich, auswärtige Vereinigungen zu verpflichten. Als erstes im April 1948 das Koeckert-Quartett (es spielte für uns 36mal). Und erst im April 1951 das damals junge Amadeus-Quartett (insgesamt 41mal). Andere Vereinigungen von Weltgeltung, wie das Quartetto Italiano, Bartok-Quartett, Juilliard-Quartett, Melos-Quartett, Smetana-Quartett, Guarneri-Quartett, LaSalle-Quartett und das Beaux Arts Trio, um nur einige zu nennen, haben bei uns konzertiert.

Am 19. November 2010 fand unser 1000. Konzert seit 1945 statt (Emerson String Quartet, Laeiszhalle - kleiner Saal).

Pressemitteilung des Hamburger Senats

Die Vereinigung ist stolz darauf, daß wohl kein namhaftes Kammermusikensemble der ganzen Welt auf den Programmen gefehlt hat und daß sie ihren Musikfreunden einen Querschnitt auch der weniger bekannten Werke der klassischen, romantischen und zeitgenössischen Kammermusikliteratur bieten können.

Bis in die 70er Jahre waren unsere Konzerte praktisch ausabonniert. Und damit war es nicht möglich, allen Freunden der Kammermusik Gelegenheit zu geben, an unseren Konzerten teilzunehmen. Deshalb suchten wir eine Lösung und hofften auf einen geeigneten Saal im damals entstehenden Kongreßzentrum am Dammtor. Leider war der in der Größe geeignete Saal für Kammermusik akustisch ungeeignet. Deshalb hatten wir uns entschlossen, neben der A-Reihe mit zehn Konzerten eine 2. Reihe mit sechs Konzerten einzurichten (plus Sonderkonzerte).

Dieses Veranstaltungskonzept mußte zum Beginn der Saison 2004/2005 aufgrund der rückläufigen Tendenzen im Klassikkonzertbetrieb reduziert werden. Um unsere Konzerte weiterhin auf eine solide Basis stellen zu können, haben wir uns entschlossen, das Angebot auf insgesamt 8 Konzerte zu reduzieren, mit je 4 Konzerten in den Reihen A und B sowie zusätzlich ein bis zwei Sonderkonzerte.

Mit dem Ende der Saison 2003/2004 trat unser langjähriger 1. Vorsitzende Rudolf Jung aus Altersgründen von seinem Amt zurück (1973-2004). Er wurde zum EHRENVORSITZENDEN der Hamburgischen Vereinigung von Freunden der Kammermusik ernannt. Ihm folgte Klaus Brügmann (2004-2012), und seit August 2012 hat Ludwig Hartmann dieses Amt übernommen. 

Im November 2012 feierte die Hamburgische Vereinigung von Freunden der Kammermusik ihr 90-jähriges Jubiläum. Der Hamburger Senat hat beschlossen, die Vereinigung für ihre Verdienste um das Musikleben der Stadt mit der Johannes-Brahms-Medaille auszuzeichnen (Pressemitteilung des Hamburger Senats). Die Verleihung fand am 17. November durch Senatorin Prof. Barbara Kisseler im Brahms Foyer der Laeiszhalle statt. 

Zuverlässiger Partner bei der Durchführung unserer Konzerte ist das Künstlersekretariat Rolf Sudbrack.

Der ehrenamtliche Vorstand
Ludwig Hartmann 1. Vorsitzender
Dr. Søren Pietzcker 2. Vorsitzender
Jens Golimbus
Martin Huber